Offene Daten in der Lehre – Das Beispiel Hochschule Mannheim

Die Hochschule Mannheim, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, verfügt aufgrund der historischen Eingliederung der Fachhochschule für Gestaltung in die Fachhochschule für Technik Mannheim und der Fusion mit der Fachhochschule für Sozialwesen Mannheim über ein breit gefächertes Profil mit zehn Fakultäten und über 30 Bachelor- und Masterstudiengängen. Mit ca. 5.300 Studierenden zählt sie zu den größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (Quelle).

In Forschung und Lehre kommen offene Daten insbesondere in der Fakultät für Informatik zum Einsatz. Unter der Leitung von Herrn Dr. Till Nagel, Professor für Visual Analytics, werden offene Daten in Projektarbeiten immer wieder durch die Studierenden verwendet und veredelt. Ein Beispiel aus dem Wintersemester 2016/17 ist die Anwendung „LateConnections“, die Auswirkungen von Verspätungen anhand von Isochronen auf Basis der offenen Daten der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) visualisiert.

Im Frühjahr 2018 fand die semesterweise stattfindende Ausstellung iExpo an der Hochschule Mannheim statt. Studierende der Informatikfakultät zeigen dort ihre in den Projektarbeiten entwickelten Innovationen. So zum Beispiel einen prototypisch umgesetzten „Anti-Wecker“, der an das Weglegen des Smartphones und das Schlafengehen erinnert.
Ein anderes Team hat die offenen Echtzeitdaten der rnv für eine Linie analysiert und überraschende Erkenntnisse über Verspätungen hervorgebracht. Zum Beispiel, dass die häufigsten Verspätungen nicht an den größten Umsteigepunkten, wo viele Straßenbahn- und Buslinien sich treffen, entstehen, sondern an kleineren Umsteigepunkten außerhalb der Innenstadt. Die Studierenden haben unter der Leitung von Professor Nagel die Ergebnisse visualisiert und bietet so auch Laien die Möglichkeit komplexe Sachverhalte schnell zu erfassen (Quelle).

Unter dem Forschungsschwerpunkt der Visualisierung hat sich ein weiteres Team mit der Analyse aufgezeichneter Wegketten von Radfahrern beschäftigt (Projekt „Via Velox“). Die Mittels GPS-Signal aufgezeichneten Wegketten ermöglichen Kartenanalysen anhand von sogenannten Heatmaps und Histogrammen. Diese kombinierte Darstellung erlaubt beispielsweise ein schnelles Erfassen der Häufigkeit verwendeter Wegketten durch den Menschen. So lässt sich das Nutzerverhalten optimal analysieren und zum Beispiel für die Verbesserung von Fahrradwegen nutzen. Das Projekt wurde in Kooperation mit des GeoNet.MRN e.V., der SAP AG sowie der Universität Mannheim durchgeführt.

In Kooperation mit der Stadt Kaiserslautern und der Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) wurde eine Visualisierung von Bevölkerungsbewegungen am Beispiel der Stadt Kaiserslautern orchestriert. Anhand von rund 45.000 anonymisierten Bevölkerungsdaten, aufgeschlüsselt nach Stadtteil und Nationalität, konnten so zum Beispiel Zu- und Wegzüge der Bevölkerung grafisch aufbereitet werden.

Wir freuen uns auf die nächsten Innovationen folgender Studierender!

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Bildquelle: Hochschule Mannheim