Eindrücke vom 40-Stunden Climathon Mannheim

Bereits um 8.30 Uhr fiel der Startschuss am Freitag, den 25. Oktober für den 40-Stunden Climathon im Mafinex-Technologiezentrum in Mannheim. Als Initiative der Climate-KIC Community des EIT als Teil der Europäischen Union wurde der Hackathon mit Schwerpunkt auf nachhaltige Fragestellungen durch die Stadt Mannheim sowie den Verein Hackerstolz aus Mannheim organisiert.
Der Freitagvormittag und Mittag diente durch verschiedene Impulsvorträge der Einstimmung auf die kommenden Tage. Nach dem Grußwort von Bürgermeister Grötsch der Stadt Mannheim stellte Julian Schrögel, Referatsleiter für neue Geschäftsfelder bei der rnv, Innovationsprojekte bei der rnv vor. So beispielsweise die rnv/VRN eTarif App und neue Mobilitätskonzepte wie On-Demand-Verkehre.
Ein Highlight waren dann am Nachmittag die Pitches zu den ausgeschriebenen Challenges in den Kategorien Smart City, (Infrastruktur-)Nachrüstung, zirkuläre Ökonomie, Klimafinanzierung, menschliches Verhalten, Wasserwirtschaft, Energie sowie Extremwetterereignisse. Die rnv hat als eine der Sponsoren in der Kategorie Mobilität ihre Herausforderungen für die Teilnehmer in knappen drei Minuten motiviert. Mobilität als ein Grundbedürfnis geht uns alle an, weshalb gleich fünf Teams an dieser Challenge in den verbleibenden zwei Tagen gearbeitet haben!
Die Ergebnisse der 16 Teams wurden am Sonntagvormittag dem Publikum und der Fachjury präsentiert. Neben fünf weiteren Mitgliedern repräsentierte Dr. Silvia Schacht als Abteilungsleiterin für Digitale Innovationen die rnv in der Jury. Die hatte nach den Pitches Zeit, die eingereichten Lösungen und Umsetzungen zu bewerten. Alle Teams, die bearbeiteten Challenges und Gewinner kann man auf der Veranstaltungswebseite anschauen. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die Teams, die die Challenge in der Kategorie Mobilität bearbeitet haben (in alphabetischer Reihenfolge).

Bike Drop
Eine Hardwarelösung im schicken Design und pfiffiger Umsetzung zur sicheren Aufbewahrung von Fahrrädern im öffentlichen Raum z. B. an Haltestellen des ÖPNV. Der Clou ist, dass die Fahrräder und Zubehör diebstahlsicher kopfüber in einer einem Baum nachempfundenen Vorrichtung aufgehangen werden. Über eine App sollen die Plätze buchbar sein, um verbindlich intermodal reisen zu können. Durch integrierte Dachbegrünung und energieautarker Versorgung soll dieser „Bike Tree“ flexibel an verschiedensten Orten einsetzbar sein.

MaGreenLife
Das Team MaGreenLife hat einen App-Prototypen vorgestellt, der insbesondere umweltfreundliches Verhalten belohnen soll. In Kooperation mit verschiedenen Unternehmen einer Stadt sollen Nutzer Punkte sammeln können, wenn diese bspw. den ÖPNV oder das Fahrrad nutzen oder einen Mehrwegkaffeebecher für einen Coffee To Go nutzen. Hierzu können Trackingmechanismen für Fahrten oder auch QR-Codes bei den teilnehmenden Unternehmen bei der technischen Realisierung helfen. Mittels Gamification sollen darüber hinaus bspw. Freunde untereinander in den Wettbewerb treten, um in einem bestimmten Zeitraum die meisten Punkte durch ihr umweltfreundliches Verhalten zu sammeln.

MeetMe
Tinder für die Bahn? Nicht ganz auf intime Beziehungen ausgerichtet, aber doch ähnlich. Die App MeetMe soll Menschen zusammenführen, die sich auch in der Öffentlichkeit und mit zunächst fremden Menschen Kommunikation wünschen. Ein sehr spannender Einsatz in einer Zeit, in der digitale Vereinsamung drohen kann. Bei einer Befragung potentieller Nutzer haben auch über 50% der Befragten Interesse an einer solchen App bekundet. Die Kontaktaufnahme erfolgt durch Scan eines eindeutigen QR-Codes in einer Straßenbahn, einem Bus oder an einer stark frequentierten Haltestelle. Anhand eines Nutzerprofils mit Foto kann dann die andere gesprächsbereite Person identifiziert werden. Interessen im Profil erleichtern die initiale Kontaktaufnahme.

op
Die barrierefreie Nutzung des ÖPNV stellt mancherorts noch immer eine Herausforderung dar, insbesondere wenn Ortskenntnisse fehlen. Die prototypisch entwickelte App des Teams bietet eine ÖPNV-Verbindungsauskunft explizit für mobilitätseingeschränkte Menschen. Dazu wurden Daten zur Barrierefreiheit der Haltestellen im rnv-Bediengebiet genutzt, um optimale Wege anzuzeigen. Anhand eines realen Beispiels wurde das Routing vorgeführt. Diskutiert wurde mit der Jury unter anderem, wie resultierende Umwege im Sinne des Kundenvorteils sinnvoll kommuniziert werden können.

Team Awesome
Ähnlich zum „rnv Scout“, dem Störungsmelder in der rnv Start.Info App, können mit der als Prototyp vorgestellten App des Teams Awesome Störungen im Betriebsablauf und insbesondere Defekte in den Fahrzeugen oder an den Haltestellen gemeldet werden. Ein wesentlicher Clou ist, dass der App-Nutzer, der einen Schaden gemeldet hat, auch eine Rückmeldung mittels Push-Notification erhält, sobald ein Defekt behoben wurde. Das erhöht den Anreiz, die App zu nutzen und gibt ein gutes Gefühl, wenn das eigene Engagement gewürdigt wird. Auch in der App: der „stress reaper“ – ein Button, mit dem der Kunde seinem Frust so richtig freien Lauf lassen kann, um sich bei der rnv zu beschweren, wenn mal was so richtig schief läuft!

Preise gab es zu Hauf: Neben Geldprämien für die besten drei Teams und coolen Goodies gab es auch Accelerator Awards für gründungswillige Teams. Neben dem ganzen Spaß, den Kontakten und neuen Freunden sicherlich auch hilfreich :-)

Hier die Gewinnerteams der Hauptpreise – BikeDrop, LoRaWahn, 1&Only: Unsere Glückwünsche!

Siegerteams
Abbildung 1: Die „Haupt-Abstauber“ des Climathons in Mannheim 2019 (Bild: Stadt Mannheim)

Let’s make climate action together!

Links:
Veranstaltungswebseiten:

Lösungen (tlw. mit Links zu GitHub):

Presse (Auswahl):