Bericht vom Wettbewerb „TRIOD“ - „Travellers’ Realtime Information mit Open Data“

Auf dem Demonstrationstag am 29. November 2017 wurden die drei Sieger des TRIOD Wettbewerbs bei der rnv in Mannheim gekürt. Folgend werden die präsentierten Lösungen skizziert.

Interaktiver Touchscreen an Haltestellen

Die erste Lösung wurde von Joe Andary und Tim Hardieck, zwei DHBW Studenten im Bankenwesen vorgestellt. Sie nutzen einen Raspberry Pi Einplatinenrechner mit passendem Touchpad, um auf dem Bildschirm aktuelle Abfahrtsinformationen bereitzustellen. Darüber hinaus wurde eine offene Wetterdatenbankschnittstelle integriert, um das aktuelle Wetter für den jeweiligen Standort anzuzeigen.
Anhand einer Menüführung können vielfältige weitere Informationen in die Lösung integriert werden. So ist die Anzeige weiterer Kundeninformationen wie Liniennetzpläne denkbar oder die Möglichkeit, als Kunde Feedback dem Verkehrsunternehmen zu übermitteln.
Durch die Nutzung größerer Anzeigemonitore kann diese Anwendung in bestehenden Haltestellenstrukturen integriert werden, z. B. in Unterständen oder direkt in Fahrkartenautomaten. Hierbei stellen Witterungsbedingungen sehr hohe Anforderungen an die Hardware. Joe Andary und Tim Hardieck haben gemeinsam mit der präsentierten Lösung von Till Menke den zweiten Platz belegt und ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro gewonnen.

Detektivspiel - "VRN Scotland Yard"

Als zweites hat Simon Heiss, Datenbankspezialist bei einem Karlsruher Softwareunternehmen, seine Lösung präsentiert. Der Siegerbeitrag ist ein Detektivspiel, realisiert als App für Smartphones. In Anlehnung an Brettspielklassiker wie Scotland Yard beziehungsweise Mister X geht es bei diesem Spiel darum, eine Zielperson innerhalb eines definierten Gebiets zu fangen. Die Zielperson ist Fahrgast im ÖPNV und nutzt die App, um seine Reise zu dokumentieren. Je nach gewähltem Verkehrsmittel (Straßenbahn, Bus, Taxi) können unterschiedlich viele Haltepunkte je Spielrunde zurückgelegt werden. Die Jäger der Zielperson erhalten in ihrer App lediglich die Information, wo die Zielperson zuletzt war und welches Verkehrsmittel genutzt wurde. Die Zielperson gilt als gefangen, wenn die Jäger in einem Spielzug bei der gleichen Haltestelle sind, wie die Zielperson. Mittels GPS-Tracking wird das Aufspüren der Zielperson an einer Haltestelle dadurch gewähreistet, dass eine Nachricht erscheint, sobald sich die Jäger der Zielperson auf ca. 50 Meter genähert haben.
Durch die Verknüpfung der virtuellen Spielwelt anhand der App mit dem realen Leben ist diese Anwendung besonders gut geeignet, um spielerisch den ÖPNV in einer neuen Stadt zu erkunden. Dafür sind beispielsweise Erstsemesterstudenten prädestiniert, die oftmals für ihr Studium in eine neue Stadt ziehen. Simon Heiss gewann er den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

"Mobifragen" - Entscheidungshilfe für Profis

Till Menke, Rechtswissenschaftsstudent aus Heidelberg, hat als drittes seine Anwendung präsentiert. Die mittels Raspberry Pi und Bildschirm realisierte browserbasierte Anwendung, ermöglicht es „ÖPNV-Experten“, z. B. Pendlern die regelmäßig mit Bus und Bahn die gleiche Strecke zurücklegen, Entscheidungshilfen an zentralen Umsteigepunkten zu bieten. So kann es am Beispiel der Haltestelle Paradeplatz in Mannheim vorkommen, dass eine Fahrt in Richtung Hauptbahnhof, für die es zwei unterschiedlich verlaufende Straßenbahntrassen gibt, die Nutzung der vermeintlich längeren Strecke aufgrund der Echtzeitinformationslage schneller ist. Die Webanwendung zeichnet sich dadurch aus, dass der Nutzer Haltestellen als Favoriten festlegen kann und für seine individuellen Reisewege das Ergebnis der schnelleren Route visuell dargestellt bekommt. Diese Lösung könnte daher als Ergänzung der bestehenden Fahrgastinformationsanzeiger genutzt werden, um z. B. mit Richtungspfeilen an einer Haltestelle die Empfehlung auszusprechen, welche Linie auf welcher Plattform die schnellste Verbindung darstellt. Auch er belegte den zweiten Platz und gewann ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro.

Wir bedanken uns bei den Teilnehmern für ihr Engagement und die Vorstellung dieser spannenden Lösungen!

Weitere Informationen:

![Sieger_Detektivspiel][Sieger_Detektivspiel]
Simon Heiss (links) und Marc Pätschke (VRN) (Bild: rnv)